Tipps

Ein paar Besonderheiten gilt es bei Auktionen zu beachten

Wenn bei Auktionen "Betriebskosteneffekt" & Co. einen Streich spielen!

Hinter diesem Procedere steckt häufig die Angst vor einem Ansehensverlust, der sich schnell einstellt, wenn ein Spiel mit mehreren Mitspielern "gespielt" wird. Letztendlich kann bei diesem Spiel, sprich Auktion, nur einer gewinnen, nämlich der, welcher das höchste Gebot abgibt.

Diese ganze "Marschroute" hat etwas von einem Wettkampf, bei dem es nicht um Goldmedaillen geht, sondern einzig und allein darum, den Preis in gigantische Höhen zu treiben. Dieses gegenseitige Übertrumpfen ist nur dazu da, sein Gesicht zu wahren. Amerikanische Forscher sehen darin die pure Angst vor einem Ansehensverlust, die letztendlich darin mündet, einen überhöhten Preis zu zahlen.

Aber auch der "Betriebskosteneffekt" kann reinspielen, dann nämlich, wenn rationale Beweggründe den Ausschlag für ein hohes Gebot geben. So ist es nicht unüblich, dass Bieter ihren Zeitaufwand mit einrechnen. Das hat für sie den Vorteil, dass der Wert des Gegenstandes subjektiv steigt.

Volles Risiko!
Versteigerungen, und da sind die Bootsversteigerungen eingeschlossen, mutieren nicht selten zu einem Pokerspiel. Die beiden Verhandlungspartner, Verkäufer und Käufer, setzen auf Risiko, um das bestmögliche Geschäft abzuschließen. Dabei hoffen die Verkäufer natürlich auf einen Maximal-Gewinn, der über dem preislichen Level liegt, den sie mit einem Festpreis erzielen würden. Bieter dagegen sind auf Schnäppchenjagd. Versteigerungen sind also immer dadurch gekennzeichnet, dass es sowohl Gewinner als auch Verlierer gibt. Nicht selten sind es aber die Bieter, die am Ende den Kürzeren ziehen. Auch hier hat die Wissenschaft das letzte Wort, indem sie sich bereits des Phänomens "Overbidding" angenommen hat und zu einer klaren Aussage fand. Dieser englische Begriff, der das Überbieten definiert, beschäftigt seit Jahren das wissenschaftliche Dasein, indem zahlreiche Studien erstellt und noch mehr Erklärungen gefunden wurden. Die Essenz stellt sich aber folgendermaßen dar: Bieter zahlen unter Umständen einen überhöhten Preis, wenn sie die Emotionen übermannen. Und seien wir einmal ehrlich, welcher Boot-Liebhaber kann einem schönen, windschnittigen Objekt der Begierde schon widerstehen?

Der "Besitztumseffekt" & Co.
In diesem Falle greift dann der "Besitztumseffekt", der als äußerst gefährlich einzustufen ist. Kenner der Szene wissen, was alleine das erste abgegebene Gebot mit dem Hirn eines Liebhabers "anstellt", denn dieses sorgt dafür, dass es eine Missempfindung auslöst, die vermittelt, dass sich der gewünschte Gegenstand schon in seinem Besitz befindet. Psychologen haben herausgefunden, dass die Bieter im Geist schon den Gegenstand nutzen, der gerade in einer Auktion feilgeboten wird. Bezogen auf Bootsversteigerungen sehen sich also schon imaginär an den Ufern von Mittelmeer, Nord- oder Ostsee. Ein schönes, aber auch gefährliches Gefühl, oder? Legt Man(n) oder auch Frau nun diese emotionale Verbundenheit, den sogenannten "Besitztumseffekt", zugrunde, dann steigt prozentual auch die Bereitschaft, einen höheren Preis zu bieten. Boote ersteigern hat aber auch etwas mit der persönlichen Wahrnehmung zu tun, denn auch dieses ist wissenschaftlich belegt. Günstigere Angebote, die evtl. zu erwarten sind und das gleiche Produkt betreffen, werden schlichtweg ignoriert, auch so ein Phänomen, das nach Aufklärung strebt.

Beim Bieten müssen Emotionen ausgeschaltet werden!
In erster Linie gilt es bei Auktionen, einen kühlen Kopf zu bewahren und Emotionen außen vor zu lassen. Deshalb ist die Festlegung eines Höchstpreises von großer Bedeutung. Eine kurze Recherche reicht meistens schon, um dem Bieter ein finanzielles "Stop" zu signalisieren. Preissuchmaschinen und der reguläre Handel sind hier häufig die besten Ratgeber. Aber auch vorangegangene Auktionen bringen Bieter auf den neuesten Wissensstand, so dass er später an einem Höchstpreis festhalten kann, ohne sich mitreißen zu lassen, bis ins Unendliche zu bieten. Ratsam ist es auch, wenn Bieter erst sehr spät bei einer Auktion mitmischen. Auf diese Weise sinkt erfreulicherweise das Risiko, zuviel Emotionalität ausgesetzt zu sein.